Offener Brief
Siehe hierzu auch >> Zeugen und >> Bilder!
Regen, 16.04.2011 Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen Kasberg 11, 94269 Rinchnach An den Kreistierschutzverein Zwiesel-Regen-Viechtach e. V. xxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 94209 Regen
Persönlich per Boten überbracht Offener Brief an den Vorstand des Kreistierschutzvereins Zwiesel-Regen-Viechtach
Sehr geehrte Frau Hartmann, sehr geehrter Herr Molitor, sehr geehrte Frau Seitz, sehr geehrte Frau Schmidberger, sehr geehrte Frau Fuchs-Kasper,
da uns zwischenzeitlich diverse erschreckende Fakten über langjährige schwere Missstände im Tierheim Regen Pometsauer Mühle vorliegen - durch zahlreiche Zeugenberichte und zum Teil durch Fotos dokumentiert -, müssen wir als Tierfreunde aktiv werden. Zu diesem Zweck haben wir die Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen gegründet. Unsere Gemeinschaft verfolgt ausschließlich das Ziel, die Lebensumstände der im Tierheim Regen untergebrachten Tiere zu verbessern sowie zu gewährleisten, dass alles unternommen wird, um die Tiere an geeignete neue Besitzer zu vermitteln. Diese Gemeinschaft wird so lange bestehen, bis sie ihr Ziel erreicht hat. Schon in der Vergangenheit waren Vereinsausschlüsse und Hausverbote mit fadenscheinigen Begründungen sowie die Androhung und Umsetzung rechtlicher Schritte die übliche Vorgehensweise des Vereinsvorstands, um sich aktiver Vereinsmitglieder und engagierter Tierfreunde zu entledigen, die etwas verbessern wollten, sich um die Vermittlung von Tieren bemühten oder es wagten, konstruktive Kritik zu äußern. Sie wurden allesamt mundtot gemacht. Einige von ihnen kehrten dem Tierheim auch von sich aus völlig entnervt den Rücken, weil sie den Dreck, Gestank, die teilweise krank dahinvegetierenden Tiere und die Gleichgültigkeit, mit der die Tierheimleitung dies alles hinnahm, nicht mehr ertragen konnten. Sie mussten feststellen, dass es nicht im Interesse der Tierheimleitung lag, positive Veränderungen zuzulassen. Auf diesem Wege wurden zahlreiche freiwillige Helfer vergrault. Dass ein Tierheim keine Nobelherberge ist und dort auch nicht nur junge und gesunde Tiere untergebracht sind, ist jedermann bekannt. Allerdings sollten die hygienischen und tierschutzrechtlichen Vorschriften mindestens erfüllt sein. Und dies nicht nur kurzfristig vor Kontrollen oder im Zuge negativer Presse, wie aktuell mit einer groß angelegten Putz- und Scheraktion in der Woche vom 21.-25. März 2011 und danach geschehen, also unmittelbar nach dem Vereinsausschluss und Hausverbot eines Mitglieds und dem Hausverbot der ehrenamtlichen Webdesignerin per Vorstandsbeschluss vom 19. März 2011. Einige unserer Mitglieder wurden Zeugen dieses „Großreinemachens“. Dieses erweckte den Eindruck einer schon mehrfach durchgeführten, eingespielten Maßnahme in Vorgriff auf die zu erwartenden Reaktionen in Internet und Presse und auf eine Kontrolle des Veterinäramts am 24. März 2011. Mit diesem Schreiben möchten wir Sie und die Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass wir mit Etlichem in Ihrem Tierheim nicht einverstanden sind und dieses im Sinne der Tiere geändert haben wollen. Ausnahmslos alle Tiere in Ihrem Tierheim sind vermittelbar, die Vermittlung einiger Tiere wird allerdings von Ihnen verweigert, zum Teil seit vielen Jahren. Beispiele sind die Huftiere, die Wasservögel, darunter zwei Schwäne, die Hunde Achim, Susi oder Kampfhundmix Rex, ca. 10 Jahre alt, der schon sein ganzes Leben lang trotz ausdrücklicher Empfehlung des Wesensprüfers nicht von Ihnen vermittelt wird. Es darf nicht sein, dass aus jungen und gesunden Tieren aufgrund von Nicht-Vermittlung sowie fehlender oder falscher medizinischer Behandlung im Laufe der Zeit alte und kranke Tiere werden, dass diese Tiere niemandem gezeigt und angeboten werden und völlig verwahrlosen. Sie rauben diesen Tieren ihr halbes oder ganzes Leben. Weiteres Beispiel hierfür ist Langhaarschäferhund Rex, der seit vielen Jahren trotz Vermittelbarkeit im Tierheim sitzt und sich über die Jahre aufgrund fortschreitender Verfilzung den Beinamen „Rasta-Rex“ erwarb. Nach dem 19. März 2011 wurde er rasch geschoren, ebenso weitere stark verfilzte Hunde. Ist der Grund für diese Zustände vielleicht in der Tatsache zu suchen, dass sich für die alten und kranken Tiere die meisten regelmäßig zahlenden Paten finden? Dies muss man annehmen, wenn man das Schicksal etlicher Tierheiminsassen betrachtet. Beispiele für Tiere, die nachweislich belegbar in erbärmlichem Zustand aus Ihrem Tierheim gerettet wurden, sind: Cockerspaniel Timmy, völlig verwahrlost und mit einer unbehandelten, chronisch gewordenen Ohrentzündung, dessen Vermittlung zunächst verweigert wurde und nur aufgrund der Hartnäckigkeit der Interessentin schließlich doch erfolgte, der Jagdhundrüde Momo mit einer im Tierheim jahrelang unzulänglich behandelten Hautkrankheit, die sich massiv verschlimmerte und zu starkem Fellverlust und Dauerjuckreiz führte, das Katzenbaby Moses, das im Tierheim neben seinen toten Geschwistern im Korb in der Zugluft lag, an diversen schweren Krankheiten litt und schließlich trotz aller Bemühungen der neuen Besitzer mit 5 Monaten verstarb, der stark verfilzte, extrem stinkende und vor Stress stark abgemagerte junge Border-Collie-Mix Bello, die im Tierheim zum Jahreswechsel 2010/2011 fast gestorbene Neufundländer-Mischlingshündin Sissi, von deren Existenz selbst regelmäßige Gassigeher und Helfer keine Kenntnis hatten, Meerschweinchen Bruno, das sich wegen unbehandelten massiven Milbenbefalls den Rücken bis aufs Fleisch aufkratzte, Meerschweinchen Felix, das durch Raufereien zwischen den bis zu acht unkastrierten Männchen im gemeinsamen Käfig schwere offene Wunden davontrug, Kaninchen Lieserl, das durch eine unbehandelte Augenvereiterung einseitig erblindete, Kaninchen Wanda mit vereiterten Augen, Nase und Analbereich oder Kaninchen Lucy, deren Harnausgang nur noch minimal offen war, deren Analbereich, Hinterfuß und Schwänzchen wund waren und deren Schwänzchen deshalb amputiert werden musste. Die neuen Besitzer, die teilweise um die Herausgabe der Tiere regelrecht kämpfen mussten, sind bereit, darüber auszusagen. Ebenso können die behandelnden Tierärzte den Zustand der Tiere bezeugen. Diese Tatsachen sollten Ihnen als Verantwortliche ebenso zu denken geben wie den Tierschützern, die nach wie vor für Sie sprechen - sowie auch und gerade denjenigen, die Sie mit ihren gut gemeinten Spenden unterstützen. Man kommt nicht umhin sich die Frage zu stellen, ob die Gelder, seien es Spenden, Mitgliederbeiträge, Patengelder oder Erbschaften, wirklich ihrem eigentlichen Zweck, nämlich den Tieren, zugeführt wurden und werden. Der Vereinsvorstand klagt stets über Geldmangel, kann es sich aber beispielsweise leisten, eine erfolgreiche ehrenamtliche Website mit hohem finanziellen Gegenwert (ca. 5000 Euro) - ein aufwendiges Gemeinschaftswerk Freiwilliger - ohne jede Wertschätzung für die geleistete Arbeit einfach aus dem Netz zu nehmen. Angebote von Sachspenden, z. B. Baumaterial für einen Umbau, fanden Ihrerseits kein Interesse und das Angebot einer Gemeinde, Arbeiter vom Bauhof ins Tierheim zu schicken, wurde nicht genutzt. Gewisse kostenträchtige Aufgaben wurden in der Vergangenheit stets von freiwilligen Helfern abgedeckt, so dass dem Tierheim hier keine Kosten entstanden. Teilweise mussten die freiwilligen Helfer sich gegen Sie, Frau Hartmann, massiv durchsetzen, damit ein Tier, welches unheilbar erkrankt war und sich quälte, eingeschläfert wurde. Anderen Tieren wurde von den Helfern auf eigene Kosten die Behandlung durch einen Tierarzt überhaupt erst ermöglicht, weil diese Ihrerseits nicht erfolgte und auch nicht erwünscht war. Weiterhin wurden Nachkontrollen bei den neuen Besitzern vermittelter Tiere aus eigenem Antrieb von den freiwilligen Helfern durchgeführt, da dies der Tierheimleitung kein Anliegen war. Den freiwilligen Gassigehern wurden ohne deren Wissen und zum Nachteil der in teilweise sehr kleinen Zwingern untergebrachten Tierheimhunde regelmäßig die Privathunde des Tierheimpersonals mitgegeben. Untragbar ist ferner die völlig mangelhafte Dokumentation, also die entweder falschen, unzureichenden oder fehlenden Angaben, die das Tierheim über viele seiner Tiere macht. Das Alter vieler Tiere ist nur grob geschätzt und das Tierheim kann keine gültigen Aussagen über Vorgeschichte, Charaktereigenschaften, Verträglichkeit, Kastration oder den Verbleib von Tieren machen. Erst im November 2010 war die kranke Hündin Sheila von einer Woche auf die andere verschwunden und niemand im Tierheim konnte oder wollte sich auf Nachfrage an sie erinnern. All diese und weitere schwere Missstände, die wir hier nicht alle auflisten können, für die es aber viele Zeugen gibt, wurden Ihnen von Helfern über viele Jahre immer wieder vorgetragen. Ihnen, Frau Hartmann, muss man zugute halten, dass Sie nach nunmehr 30-jähriger Tierschutzarbeit mittlerweile aufgrund Ihres Alters und Ihrer schweren Erkrankung vielleicht nicht mehr in der Lage sind, die verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe als Tierheimleiterin und gleichzeitig 1. Vorsitzende des Kreistierschutzvereins in optimaler Weise auszuüben. Die von Ihnen mehrfach geäußerte Feststellung, es gäbe keine geeigneten Nachfolger für die von Ihnen ausgeübten Positionen, können wir nach bestem Wissen und Gewissen entkräften. Uns sind mehrere Personen bekannt, die hierfür bestens geeignet wären sowie hoch motiviert zur Verfügung stehen und nach entsprechender Einarbeitung diese Ämter übernehmen würden. Deshalb richten wir einen Appell an den Vorstand des Kreistierschutzvereins Zwiesel-Regen-Viechtach e. V. und insbesondere an Sie, Frau Hartmann: Haben Sie den Tieren zuliebe ein Einsehen und treten Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand an. Geben Sie Ihre Aufgaben an engagierte und verantwortungsvolle Menschen ab und ermöglichen Sie den vielen in Not geratenen Tieren eine Zukunft. Gern sind wir bereit ein Gespräch mit Ihnen zu führen, um sämtliche Einzelheiten am runden Tisch auszudiskutieren.
Gezeichnet: Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen 30 Unterschriften mit Adressen - aus Datenschutzgründen hier nicht veröffentlicht. |